Mitarbeitergespräche effektiver führen mit der emotionszentrierten Führungsstrategie

Einleitung

Das Führen von Mitarbeitergesprächen, egal ob Zielvereinbarungsgespräch, Perspektivgespräch, Kritikgespräch etc. ist eine wichtige Aufgabe von uns Führungskräften.
Um diese Gespräche auch wirklich erfolgreich und nachhaltig wirksam zu gestalten ist es wichtig, nicht nur die reine Faktenebene zu thematisieren, sondern im Besonderen auch die unbewusst wirksame emotionale Ebene ins Gespräch mit einzubeziehen, dieser Beachtung zu schenken.

  • Gibt es Einwände, die aber nicht ausgesprochen werden?
  • Ist Ihr Gesprächspartner wirklich einsichtig, oder tut er nur so?
  • Handelt es sich nur um eine Meinungsverschiedenheit, oder einen tiefliegenden zwischenmenschlichen Konflikt?

Im Mitarbeitergespräch auch zwischen den Zeilen lesen zu können und Menschen auch außerhalb des gesprochenen Wortes zu erkennen und zu verstehen, erlaubt uns Führungskräften eine Führungswirkung auf einem völlig neuen Level! 

  • Warum aber ist hierbei das Lesen von Mimik und Körpersprache der entscheidende Schlüssel?
  • Welche Rolle spielen hierbei menschliche Emotionen?
  • Und wie können Sie ganz konkret das emotionale Mimik- und Körpersprachelesen in Ihre Führungsarbeit integrieren?

Die Antworten auf diese Fragen erhalten Sie in diesem Artikel!

"The bigggest mistake in communication is, that we do not listen to understand.
We listen to reply!
Great leaders are great listener!"


John C. Maxwell

Nonverbale Kommunikation als Führungskompetenz?

Je besser Sie Ihre Mitarbeiter mit ihren Bedürfnissen, Motiven und Emotionen erkennen, desto besser können Sie diese führen!

Und Führung bedeutet zielgerichtete Kommunikation.
Kommunikation war und ist immer noch essentiell für uns Menschen.

Bereits vor der Entwicklung der verbalen Sprache, kommunizierten wir via. Laute, Mimik, Gestik und Körperhaltung. Und auch heute noch sagen diese oftmals noch mehr als 1000 Worte!

Gerade die Mimik gibt uns ungefiltert Einblicke in das tatsächliche innere Erleben unserer Mitmenschen.

Denn die Mimik als Spiegelbild unserer Gefühle, ist nur schwer kontrollierbar, kann aber einfach gedeutet werden.

Somit ist das Lesen und Deuten von Mimik, Gestik und Körpersprache auch ein wichtiges Instrument in der Führungsarbeit!

Emotionen und Körpersprache

Bereits Charles Darwin hatte 1873 Ins seinem Buch "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren", als erste Wissenschaftler, die unmittelbare Verbindung zwischen emotionalen inneren Zuständen, und Ausdrücken in der Mimik und der Körpersprache beschrieben.

Mit mittlerweile mehr als 2000 Studien weltweit, sind genau diese Verbindungen wissenschaftlich nachhaltig beforscht.

Hierbei gilt die Mimik als die Königin auf der Bühne der menschlichen Ausdrucksfähigkeit. Sie gilt als die Bühne menschlicher Emotionen.

Direkte Verdrahtung LS und mimische Muskulatur?

Das limbische System ist der Bereich des Gehirns aller Säugetiere, der für die Entstehung von Emotionen verantwortlich ist.
Hier werden alle über unsere Sinne aufgenommenen Reize danach bewertet, ob eine unmittelbare Gefahr besteht, die eine sofortige Handlung erfordert.
Dieser Mechanismus war und ist immer noch überlebenswichtig.

Mehr zu Auslösern und Bedeutung von Emotionen finden Sie hier

  Vorfahrt des limbischen Systems?
Wenn die Ratio Pause hat

Interessant ist hierbei, dass das limbische System diese Bewertung ca. 0,5 Sekunden früher durchführt, bevor unserem bewussten und rationalen Denksystemen, diese Informationen zur Verfügung stehen.

Somit sorgt das limbische System für körperliche und mentale Reaktionen, bevor wir dies überhaupt bewusst wahrnehmen können.

Und da die mimische Muskultur direkt und unmittelbar auch mit dem Emotionszentrum verbunden ist, zeigen sich gerade hier die Anzeichen entstehender Emotionen so direkt und unverfälschbar.

Denn auch im Gesicht werden Muskel unwillentlich angesteuert, bevor uns dies überhaupt erst bewusst werden kann.

Genau deshalb gilt die Mimik als die Bühne menschlicher Emotionen!

Mikroexpressionen

Im mimischen Ausdruck von Emotionen sind die sogenannten Mikroexpressionen besonders interessant.

Hierbei handelt es sich um kurze, meist eher subtile Zuckungen – Expressionen – im Gesicht.
Da diese nicht bewusst steuerbar sind, geben Mikroexpressionen wertvolle Hinweis auf das direkte emotionale Erleben der Person.

Mikroexpressionen sind kürzer als 0,5 Sekunden, und liegen somit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Person, die diese zeigt.
Trotz der Geschwindigkeit können Sie als Beobachter Mikroexpressionen problemlos bewusst wahrnehmen.

Dies erfordert lediglich einen bewussten Blick ins Gesicht Ihres Gegenübers, und das Wissen, dass ein Zucken im Gesicht Ihres Gegenübers, eine Bedeutung haben könnte.

 Mehr zum Training Ihrer bewussten Wahrnehmung für Mikroexpressionen finden Sie hier

12 Primäremotionen nach Eilert

Gemäß der aktuellen weltweiten Studienlage, zeigen wir Menschen, egal von wo auf der Welt wir kommen, 12 Emotionen in gleicher Art und Weise in Gesicht und Körpersprache.

Diese 12 Emotionen werden im Mimikresonanz-Konzept auch als Primäremotionen bezeichnet.
Hierbei handelt es sich um die Emotionen Ärger, Ekel, Verachtung, Liebe, Freude, Interesse, Angst, Trauer, Scham, Schuld, Stolz und Überraschung.

Von diesen werden Ärger, Ekel, Verachtung, Freude, Angst, Trauer und Überraschung als rein im Gesicht dargestellt.
Deshalb gilt das menschliche Gesicht auch als "Bühne der Emotionen".
Da jede Emotionen eine wichtige Funktion innehat und ein menschliches Bedürfnis sicherstellt, ist das Erkennen von im Führungsgespräch förderlichen und eher hinderlichen Emotionen wichtig.

Diese je nach Gesprächsart und Gesprächsphase bewusst zu erzeugen bzw. abzubauen, ist für nachhaltige Führungswirkung essentiell.
Und hier kommt er emotionszentrierten Führungsstrategie die besondere Bedeutung zu.

Mit dieser nutzen Sie nicht mehr rein die rationale Ansprache, sondern ganz bewusst die handlungsleitende emotionale Entscheidungsebene eines jeden Menschen, um nachhaltigere Führungsergebnisse zu ermöglichen.  

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Frohemotionen und Drohemotionen

Jede Emotion hat einen positiven Nutzen.
Jedoch sind diese, je nach Kontext mehr oder weniger dienlich, bzw. mehr oder weniger hinderlich.
Diesen Unterschied zu erkennen, ist wichtig!

Beispiel Zielvereinbarungsgespräch

Im Zielvereinbarungsgespräch sind Emotionen mit Annäherungsmotivation wie Interesse, Freude oder Ärger in Form von Zielerreichungsenergie dienlich und unbedingt wünschenswert.

Denn diese zeigen, dass Ihr Mitarbeiter auch emotional die Antriebsenergien für die Verfolgung und Umsetzung des vereinbarten Zieles aufbringen kann – intrinsische Motivation.

Erkennen Sie jedoch Emotionen mit Vermeidungsmotivation im Zielvereinbarungsgespräch, wie Angst, Trauer, Ekel oder Verachtung, zeigt dies, dass innere emotionale Widerstände vorliegen, die die Vereinbarung torpedieren können.

Aus dem Motivkompass von Dirk W. Eilert

Beispiel Kritikgespräch

Im Rahmen eines Kritikgespräches wiederum zeigen vermeidungsmotivierende Emotionen wie Angst, Trauer, Schuld oder Scham, dass Ihr Gegenüber sich wirklich von seiner Tat distanziert, diese bereut.
In diesem Falle handelt es sich um Froh- bzw. Wunschemotionen.

Zeigt er hingegen Emotionen wie Freude oder Ärger, scheint er der Distanzierung und Wiedergutmachung, keine wirkliche Bedeutung zuzuschreiben.

So zeigen sich Emotionen im Gesicht

Emotionen zeigen sich immer im Gesicht und das kulturübergreifend gleich.
Das Mimikresonanz-Konzept bietet hierzu das Wissen zur richtigen Interpretation mimischer Expressionen.

Am Beispiel der Emotion Trauer möchte ich Ihnen zeigen, wie einfach aber gleichzeitig auch zielsicher, Sie Emotionen im Gesicht Ihres Gegenübers lesen können.

Trauer zeigt sich besonders im oberen und unteren Gesicht, weniger im mittleren Gesichtsbereich.
Das Hochzeigen der Augenbraueninnenseiten ist hierbei ein sicheres Zeichen für Trauer.
Die Augenbrauen sind hierbei gerade, ziehen sich jedoch nach innen hoch.
Hierbei entstehen im Zentrum der Stirn Längstfalten, jedoch nur im Zentrum.

Im Bereich des unteren Gesichtsdrittels können das Absenken der Mundwinkel und das Anheben des Kinnbuckels Hinweise für Trauer sein.

Wollen Sie tiefer in das emotionale Gesichterlesen einsteigen?
Dann empfehle ich Ihnen das kostenlosen Online Kurs "Beziehungskiller-Emotionen Nr.1 erkennen"!

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Was ist die emotionszentrierte Führungsstrategie

Egal ob in Feedbackgespräch, Zielvereinbarungsgespräch, Kritikgespräch etc.
In der Regel führen Führungskräfte ihre Mitarbeitergespräche auf vor allem rational sachlicher Ebene.

Wir appellieren an die Sachlichkeit, den logisch denkenden Verstand unseres Gegenübers.
Die denk- und handlungsleitende emotionale Ebene, bleibt bei solchen Gesprächen jedoch meist außen vor.

Mehr zu Auslösern und Bedeutung von Emotionen finden Sie hier


Die emotionszentrierte Führungsstrategie jedoch bindet genau diese entscheidende emotionale Ebene, in Ihre Führungsarbeit mit ein.

Ziel ist es – je nach Gesprächsphase - "Wunschemotionen" gezielt und bewusst zu fördern und hinderliche "Drohemotionen" gezielt abzuschwächen.
 
Somit ergänzen wir in der emotionszentrierten Führungsstrategie Ihre Gesprächsplanung und Ihren Gesprächsleitfaden um die Ebene der Droh- bzw. Frohemotionen.

Wie dies praktisch aussehen kann, beschreibe ich im folgenden Beispiel eines Kritikgespräches.

Beispiel: Emotionszentrierte Führungsstrategie im Kritikgespräch

Wie jedes Gespräch kann auch ein Kritikgespräch in verschiedene Gesprächsphasen unterteilt werden.

Im Rahmen Ihrer Gesprächsvorbereitung ist es sinnvoll, Ihr Ziel für jede Gesprächsphase zu bestimmen, und daran den Inhalt festzulegen.
Im Rahmen der emotionszentrierten Führungsstrategie legen sie darüber hinaus weiter die Droh- und Frohemotionen fest, welche Sie als zielführend, aber auch zielhinderlich erachten.

Somit kann Ihr Gesprächsleitfaden wie folgt aussehen:

Phase 1: Einleitung

Ziele:

  • Beziehung aufbauen, Rollenklärung, Überblick und Prozessklarheit schaffen

Inhalt:

  • Art des Gespräches und Gesprächsanlaß klar benennen
  • Gesprächsrollen klären
  • Ablauf und Ziel beschreiben
  • Art des Gespräches
  • Als wer rede ich
  • Als wer redest Du
  • Klärung Sachverhalt
  • Ziel als Gesprächsziel
  • Problembewusstsein schaffen 

Drohemotionen:

  • Verachtung
  • Ekel
  • Ärger

Frohemotionen:

  • Trauer
  • Schuld
  • Scham
  • Angst

Phase 2: Sachverhalt schilderen

Ziele:

  • Problemverhalten und Bedeutung klar kommunizieren

Inhalt:

  • Problemverhalten klar benennen
  • Auswirkungen und Bedeutung klar beschreiben
  • Bewertung des Vorwurfes
  • Sachliche und respektvolle Schilderung 

Drohemotionen:

  • Verachtung
  • Ekel
  • Ärger

Frohemotionen:

  • Trauer
  • Schuld
  • Scham
  • Angst

Phase 3: Analyse

Ziele:

  • Sichtweise des Gegenübers erfahren
  • Klärung des Themas aus Sicht des Gegenübers

Inhalt:

  • Erörterung des Sachverhaltes durch den Gesprächspartner
  • Motive des Verhaltens herausarbeiten

Drohemotionen:

  • Verachtung
  • Ekel
  • Ärger

Frohemotionen:

  • Trauer
  • Schuld
  • Scham
  • Angst

Phase 4: Bewertung

Ziele:

  • Abschließende Bewertung der Situation

Inhalt:

  • Abwegung aller Informationen
  • Bewertung, ob Sie weiterhin von einem Fehlverhalten ausgehen oder nicht

Drohemotionen:

  • Verachtung
  • Ekel
  • Ärger

Frohemotionen:

  • Interesse
  • Freude
  • Schuld
  • Neutrale emotionale Lage mit Abwesenheit der Drohemotionen

Emotionsbasierte Führungskommunikation
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Erkennen Sie unmittelbar im Führungsgespräch, was in Ihrem Mitarbeiter wirklich vor sich geht!
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über den author

 

Thorsten Springauf ist seit rund 20 Jahren als feuerwehrtechnischer Einsatzleiter und aktive Führungskraft in der mittleren Führungsebene tätig.

Seit 2011 arbeitet er auch als Coach und Trainer mit Führungskräften, mit Erfahrungen aus mittlerweile mehr als 700 Coachingeinheiten.

Ergänzt wird sein fundiertes Praxiswissen zudem durch Qualifikationen in den Bereichen Mindset-Coaching, Resillienz Management, Mimik-Analystic und Personality-Profiling.

Seine Tools & Führungsstrategien folgen dem Leitsatz "aus der Praxis für die Praxis" und richten sich im Speziellen an aufstrebende Führungskräfte.


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